Silhuette von Konstanz

Konstanz in alten Bildern

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Stand: 28.8.2013. Liste der Änderungen bitte am Schluss nachsehen.

Frühe Luftbilder aus dem Zeppelin

Eine Reise um 1910 vom Bodensee bis weit in die deutschen Lande.

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Zeittafel


2.7.1900
LZ 1 startet in Manzell
wenig Erfolg

30.11.1905
LZ 2 startet ...
verunglückt am
17.1.1906 bei Kisslegg

9.10.1906
LZ 3 startet...
bis 1908 45 Fahrten
mit 4398 km,
dann zum Heer,
Abrüstung 1913.

20.6.1908
LZ 4 startet...
1.7.1908: Schweiz-Fahrt,
4.8.1908: Start 24h-Fahrt
5.8.1908: Unglück bei
Echterdingen

1908
Zeppelinspende:
6 Mill. Reichsmark

26.5.1909
LZ 5 startet
29.5.1909 Rekord-
Dauerfahrt: 1194 km.
Am 24.4.1910 durch
Sturmböe zerstört

25.8.1909
LZ 6 startet als
1. Luftschiff für
kommerzielle
Pers.-Beförderung.

16.11.1909
Gründung der Delag

1911-1914
Linienverkehr zw. 8
deutschen Städten mit
14 Zeppelinen

Im 1. Weltkrieg;
88 Zeppeline;
197 t Bomben
töten 557 Menschen

August 1919
LZ 120 "Bodensee";
Linienverkehr
Friedrichshafen - Berlin

18.9.1928
LZ 127 "Graf Zeppelin"
Blütezeit der
Zepp.-Luftfahrt

6.5.1937
LZ 129 "Hindenburg"
explodiert in Lakehurst

Ausführlich:
Wikipedia Zeppelin
und
Liste der Zeppeline

Luftbilder sind etwas Faszinierendes - noch heute. Was aber müssen die Menschen vor hundert Jahren empfunden haben, wenn sie die Welt, vielleicht ihren Heimatort, von oben sehen konnten?

Hier sehen Sie eine Sammlung früher Luftbilder, die drei Eigenschaften verbindet: 1. Es handelt sich um Ansichtskarten, 2. Die Bilder darauf wurden von einem Zeppelin aus aufgenommen und 3. Die Aufnahme stammt aus der Frühzeit der Zeppeline. Fast alle deutschen Karten stammen von der Kleiner Ballon, enthaltend ein stilisiertes L "Felix Luib, Kunstverlagsanstalt, Strassburg i.E." - so ist es auf den Anschriftseiten der Karten vermerkt. Als Erkennungszeichen hat der Verlag meistens ein Ballönchen mit einem stilisierten "L" in eine Bildecke gedruckt. In der Regel sind die Bilder bezeichnet mit "... vom Ballon des Grafen Zeppelin gesehen", eher selten mit "... vom 'Zeppelin' gesehen".1)

Nicht alle Karten auf dieser Seite sind eindeutig einer Aufnahme aus einem Zeppelin zuzuordnen - bei manchen deuten nur Indizien darauf hin. Sie finden unter jedem Bild die Informationen, die ich auf der Karte fand - etwa die Verlagsangabe. Als Indiz zur Datierung diente mir in aller Regel der Poststempel, wobei dies ja nur ein Hinweis auf die spätest mögliche Herstellung des jeweiligen Fotos ist. Tatsächlich gehe ich davon aus, dass alle Karten dieser Seite (bis auf die gekennzeichneten Ausnahmen) auf Fotos basieren, die vor 1910 von einem Zeppelin aus aufgenommen wurden.

Letztendlich werfen diese Ansichtskarten eine Reihe von Fragen auf, die sich in einem Satz ausdrücken lassen:

Wer fertigte diese Fotos wann aus welchem Luftfahrzeug an?

Beim Zeppelin-Archiv bzw. -Museum in Friedrichshafen ist keine Verbindung der Luftschiffbau Zeppelin GmbH mit dem Felix-Luib-Verlag bekannt.2) Anderen Zeppelinforscher waren diese Bilder schlicht nicht bekannt - vielleicht, weil sie ja nur indirekt mit den Zeppelinen zu tun haben3) 4) - vielleicht aber auch, weil es sich ja "nur" um Ansichtskarten handelt, deren Wert als historischer Quelle von vielen noch nicht erkannt wird.

Ich freue mich über jede Rückmeldung, die mich einer Antwort auf diese Fragen näher bringt. Korrekturen und Hinweise zur Datierung der gezeigten Karten und natürlich Hinweise auf weitere solche Karten sind sehr willkommen! Kontakt bitte hier.

Ich möchte Sie nun zu einer Reise von der Heimat des Zeppelins in Friedrichshafen entlang des nördlichen Bodenseeufers und dann den Rhein hinunter bis nach Köln einladen. Viel Spaß dabei wünscht

Karsten Meyer

Friedrichshafen

Wir steigen natürlich dort auf, wo die Zeppeline gebaut wurden, in Friedrichshafen. Wobei das nicht ganz exakt stimmt, denn die allerersten Zeppeline wurden in einer schwimmenden Halle in der Manzeller Bucht montiert und sie starteten auch von dort. Diese Bucht sehen wir auf den ersten beiden Bildern im Hintergrund.

Schloss Friedrichshafen I.
"Schloss Friedrichshafen vom Ballon Zeppelin gesehen"
Verlag: "K. Schall & Sohn, Friedrichshafen". Bildseitig das Signet vom Verlag Felix Luib, Strassburg.
Verwendet erst am 2.9.1918. Das Foto dürfte aber sicher älter sein.
Schön das Leitwerk im Bild, was andere womöglich als Mangel betrachtet haben. Ein Winterbild - die Bäume sind nicht belaubt und der Pegel des Sees ist niedrig - oder sieht man gar Eisflächen?
Schloss Friedrichshafen II.
"Schloss Friedrichshafen vom 'Zeppelin' aus gesehen"
Verlag: "Felix Luib, Kunstverlagsanstalt, Strassburg i. Els. 890"
Verwendet am 31.7.1918. Auch dieses Foto dürfte älter sein.
Eine selten schön kolorierte Ansichtskarte - sicher in stundenlanger Handarbeit geschaffen - oder aber die Farben sind im Lithografieverfahren (jede Farbe einzeln!) über einen Lichtdruck gedruckt, auch das gab es. Hinten das Schloss, im Vordergrund ein Teil der Siedlung Hofen, des geschichtlichen Ursprungs von Friedrichshafen. Dies ist nicht die kolorierte Fassung des vorigen Bildes, sondern eine andere Aufnahme!
Schloss Friedrichshafen III.
"Friedrichshafen - Kgl. Schloss vom Luftschiff"
Verlag: "Kunstverlag Franz Walter, Friedrichshafen a. B."
"Originalaufnahme Aug. Böcker, Donaueschingen" steht auch auf der Rückseite - der seltene Fall, dass der Fotograf genannt ist.
Verwendet am 10.9.1912.
Diese Karte fällt etwas aus der Reihe der anderen, nicht nur wegen der anderen Blickrichtung.



Stadt Friedrichshafen
"Friedrichshafen, aufgenommen vom Zeppelin'schen Luftschiff in voller Fahrt"
Verlag: "Eduard Schwarz, Friedrichshafen."
Auch diese Karte fällt aus der Reihe, der Felix-Luib-Verlag scheint nicht involviert. Zur Datierung teilte mir ein freundlicher Häfler mit: Das kleine Haus vorn am Hafen ist die Drachenstation, sie wurde am 1.4.1908 eröffnet. Von diesem Ereignis gibt es ein Bild, auf dem es so aussieht, als seien die Außenanlagen und die Kaimauer fertiggestellt, was hier offenbar noch nicht der Fall ist. Wenn man bedenkt, dass hier die Bäume belaubt sind, könnte das Bild sogar von 1907 stammen!

Nun fahren wir entlang des nördlichen Bodenseeufers nach Osten, in Richtung Österreich und kommen nach

Langenargen

Langenargen I.
"Langenargen, Bodensee, vom Ballon des Grafen Zeppelin gesehen"
Verlag: "Felix Luib Kunstverlagsanstalt Strassburg i. Els. No. 79. - Ferd. Ruckeisen, Langenargen"
Nicht verwendet.
Für mich ist dies eine der interessantesten Karten überhaupt, weil man so viel vom Luftschiff selbst sieht. Ist es nicht geradezu furchteinflößend, mit welch einfacher Technik man diese Fahrten unternahm?
Wir sehen im Vordergrund Schloss Montfort, dahinter die Hafenmole. Links, fast parallel zum Bildrand, die Bahnlinie der Bodenseegürtelbahn mit dem Bahnhof. Diese Strecke war seit 1899 in Betrieb.
Langenargen II.
"Langenargen, Bodensee, vom Ballon des Grafen Zeppelin gesehen"
Verlag: "Felix Luib Kunstverlagsanstalt, Strassburg i. Els. No. 78 - Ferd. Ruckeisen, Langenargen"
Verwendet am 21.10.1916.
Vorn links wieder Schloss Montfort. Quer durch das Bild der Bogen der Bahnlinie.

Und schon nähern wir uns...

Lindau

Von der Insel Lindau gibt es die meisten Karten. Die einmalige Lage dieser Stadt ist eben am besten durch ein Luftbild zu verdeutlichen.

Lindau I.
"Lindau i. Bodensee, vom Ballon des Grafen Zeppelin gesehen"
Verlag: "Felix Luib, Kunstverlagsanstalt, Strassburg i. Els."
"1912" ist handschriftlich auf der Rückseite notiert. Das Kaufdatum?
Vermutlich stehen wir hier ungefähr über Wasserburg und sehen nach Südosten. Links die helle Fläche ist das Bichlweihermoos, bei den Häusern rechts handelt es sich um Reutenen. Dahinter dann Ebnet bzw. am Ufer Bad Schachen. Und ganz hinten im See: Lindau.

Nun zwei Bilder, die auf den ersten Blick sehr ähnlich aussehen, aber doch von verschiedenen Aufnahmen stammen müssen.

Lindau II.
"Lindau i/ Bodensee, vom 'Zeppelin' aus gesehen"
Verlag: "Felix Luib, Kunstverlagsanstalt, Strassburg i.E."
Nicht verwendet.
Wir stehen über dem Ufer, ein wenig östlich des Damms, der auf die Insel führt und sehen nach Südwest auf die Insel.
Lindau III.
"Lindau i/ Bodensee, vom 'Zeppelin' aus gesehen"
Verlag: "Felix Luib, Kustverlagsanstalt, Straßburg i. Els. 651"
Verwendet am 11.8.1918.
Wieder eine wunderschöne, sehr natürlich kolorierte Karte. Dies ist nicht die kolorierte Variante des vorigen Bildes! Hier reicht der Turm von St. Stephan etwas über das Haus zum Cavazzen (dahinter), weshalb wir eine etwas niedrigere Flughöhe annehmen müssen als beim vorigen Bild.

Vom folgenden Luftbild zeige ich Ihnen neben der schwarz-weißen drei sehr unterschiedlich kolorierte Varianten. Ich finde es interessant, wie verschieden diese wirken, auch wenn doch alle vom selben Negativ abgezogen wurden.

Lindau IV.
"Lindau i. Bodensee vom Ballon des Grafen Zeppelin gesehen"
Verlag: "Felix Luib, Kunstverlagsanstalt, Strassburg i. E."
Verwendet am 16.3.1910.
Lindau V.
"Lindau i. Bodensee, vom Ballon des Grafen Zeppelin gesehen"
Verlag: "Felix Luib, Kunstverlag, Straßburg i/ Elsass"
Verwendet am 13.9.1912.


Lindau VI.
"Lindau i. Bodensee vom Ballon des Grafen Zeppelin gesehen"
Verlag: "Felix Luib, Kunstverlagsanstalt, Strassburg i. Els. 123"
Nicht verwendet.


Lindau VII.
"Lindau i. Bodensee, vom Ballon des Grafen Zeppelin gesehen"
Verlag: "Felix Luib, Kustverlagsanstalt, Strassburg i. E."
Verwendet am 12.8.1909.
Dies ist die früheste Verwendung dieses Fotos, folglich muss es vor dem 12. August 1909 aufgenommen worden sein. Zu dieser Zeit gab es nur die Zeppeline LZ 3 und LZ 5 oder davor kurz LZ 4 - von einem dieser Luftschiffe muss das Foto stammen.

Eine andere Ansicht der Insel:

Lindau VIII.
"Lindau i. Bodensee, vom Ballon des Grafen Zeppelin gesehen"
Verlag: "Felix Luib, Kustverlagsanstalt, Strassburg i. E."
Nicht verwendet.
Lindau IX.
"Lindau i/ Bodensee, vom 'Zeppelin' aus gesehen"
Verlag: "Felix Luib, Kunstverlagsanstalt, Strassburg i.E."
Nicht verwendet.
Sehr dezent kolorierte Version der vorigen Karte.

Und noch eine letzte Ansicht der Insel:

Lindau X.a)
"Lindau - Luitpold-Kaserne aus der Vogelschau -- Aufnahme aus dem Zeppelinluftschiff"
"Photographie und Verlag v. Eduard Schwarz, Friedrichshafen"
Hier fällt auf, wie viel Land man inzwischen durch Aufschüttung hinzu gewonnen hat - das Wasser links gibt es längst nicht mehr. Dort ist heute der große Parkplatz "Hintere Insel".
Lindau X.
"Lindau mit Luitpoldkaserne vom Z.-Luftschiff aus gesehen"
Verlag: "Ed. Schwarz, Friedrichshafen 3115 1913"
Datiert 1913, wenn man die obige Angabe so auffassen darf. Verschickt wurde sie erst am 16.8.1918.
Kolorierte Fassung der nebenstehenden Karte.

Damit sind wir am Ende des deutschen Bodenseeufers angekommen. Von Bregenz bzw. vom österreichischen Bodenseeufer sind mir (noch?) keine solchen Ansichtskarten bekannt.
Und vom Schweizer Ufer ist mir bisher nur das folgende Kartenpaar begegnet:

Romanshorn

Romanshorn I.
"Romanshorn, vom Zeppelin'schen Motorluftschiff aus aufgenommen."
Verlag: "Th. Knorr, Romanshorn".
Verwendet, aber Stempel nicht lesbar, weil Marke entfernt. Lichtdruck.
Blick auf die Bahnhofstraße von Westen in Richtung Osten zum Hafen, von dem übrigens schon wesentlich früher eine Trajektkurs für Eisenbahnwaggons hinüber nach Friedrichshafen existierte.
Romanshorn II.
"Romanshorn, vom Zeppelin'schen Motorluftschiff aus aufgenommen."
Verlag: "Th. Knorr, Romanshorn".
Verwendet am 22.8.1908. Lichtdruck, mit Klarlack überzogen.
Dieses Bild wurde nur etwa 100 m weiter südlich aufgenommen. Das auffällig lange Gebäude unten rechts gehört zur Seilerei Fatzer - heute liefert diese Firma Seile in alle Welt.
Wir haben hier eine außerordentlich früh durch einen Verlag hergestellte Ansichtskarte mit einem Luftbild aus dem Zeppelin vor uns. Man bedenke, dass die erste Schweiz-Fahrt am 1.7.1908 statt fand. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass Romanshorn - direkt gegenüber Friedrichshafen liegend - auch schon zuvor einmal angefahren wurde.

Nun zieht es uns heim, wir fahren von hier über die breiteste Stelle des Bodensees nach Friedrichshafen.
Nach einer Ruhepause steigen wir wieder auf und fahren kaum 20 km nach Nordosten, nach

Ravensburg

"Ravensburg vom Ballon des Grafen Zeppelin gesehen"
Verlag: "K. Scholl & Sohn, Friedrichshafen", vorn das Signet des Luib-Verlags.
Nicht verwendet.
Wir stehen in etwa über der Bahnbrücke der Brühlstraße und sehen nach Südosten. Im Vordergrund die nördliche Stadterweiterung. Oben rechts die Altstadt, oben links der Friedhof. Gut erkennbar sind die Schussenstraße im oberen Drittel und die Möttelinstraße im unteren, die Kapuzinerstraße dazwischen ist noch nicht vollständig angelegt.

Gleich geht es wieder zurück an den Bodensee, diesmal in westliche Richtung nach...

Immenstaad

"Immenstaad vom Luftschiff des Grafen Zeppelin gesehen"
Verlag: "K. Scholl & Sohn, Friedrichshafen", Bildseitig Signet des Luib-Verlags
Verwendet am 16.1.1910.
Links St. Jodokus, noch weitgehend frei stehend, rechts der Hafen. Heute ist hier ein etwa 500 m breiter Streifen des Ufers vollständig bebaut.
Von Hagnau habe ich noch kein solches Bild gefunden, daher geht es jetzt direkt nach...

Meersburg

Meersburg I.
"Meersburg vom Ballon des Grafen Zeppelin gesehen"
Verlag: "Zach. Marschall, Meersburg", Bildseitig Signet des Luib-Verlags
Nicht verwendet.
Schön erkennt man hier die Teile der Stadt: Die Unterstadt am See mit dem Hafen, die Oberstadt darüber und in der Mitte das neue Schloss mit dem Gymnasium rechts daneben. Heute muss man sich das abgebildete Gelände nahezu vollständig bebaut vorstellen.
Meersburg II.
"Meersburg vom Ballon des Grafen Zeppelin gesehen"
Verlag: "Zach. Marschall, Meersburg", Bildseitig Signet des Luib-Verlags
Verwendet am 3.8.1910.
Auch hier sind die Teile der Stadt schön zu erkennen. Ganz in der Ecke unten links wurde dann 1927 der Fährehafen für die Autofähre Konstanz-Meersburg gebaut.

Wir überqueren nun den See und kommen zur...

Insel Mainau

"Mainau vom Ballon des Grafen Zeppelin gesehen"
Verlag: "Felix Luib, Kustverlagsanstalt, Strassburg i. E."
Nicht verwendet.
Die Insel Mainau war um diese Zeit so verlassen, wie es dieses Bild suggeriert. Der badische Großherzog Friedrich I. war 1907 dort, auf seinem Sommersitz, gestorben, und sein Sohn, Friedrich II. hatte kein großes Intersse an der Insel. Erst 1932 kam Prinz Lennart Bernadotte an bzw. auf die Mainau. Er machte sie zu dem heute noch gut besuchten Blumenparadies.

Nun wenden wir und fahren um's "Hörnle" herum in den "Konstanzer Trichter".

Konstanz

Konstanz I.
"Konstanz vom Luftschiff des Grafen Zeppelin gesehen"
Verlag: "Felix Luib, Kunstverlagsanstalt, Strassburg i. E."
Nicht verwendet. Die Kamera sieht nach vorn, durch die Abhängung der Gondel hindurch.
Hier sehen wir schön den Ausfluss des Rheins aus dem Bodensee und wie die Altstadt von Konstanz auf der linken Seite des Rheins liegt. Links, etwas weiter noch als der Bildrand, ist die Schweizer Grenze, aber auch die große freie Fläche hinter der Altstadt ist Schweizer Gebiet.
Konstanz II.
"Konstanz vom Luftschiff des Grafen Zeppelin gesehen"
Verlag: "Felix Luib, Kunstverlagsanstalt, Strassburg i. E."
Nicht verwendet.
Eine etwas merkwürdig kolorierte Version der vorigen Karte.

 

Konstanz III.
"Konstanz, Blick vom Ballon des Grafen Zeppelin"
Verlag: "Felix Luib, Kustverlagsanstalt, Strassburg i.E."
Früheste bekannte Verwendung dieser Karte: 17.9.1909.
Wir stehen über der Rheinbrücke und blicken nach Süden auf die Dominikanerinsel (vorn links), den Stadtgarten (links darüber), den Hafen (noch weiter darüber) und die Altstadt, die durch die Bahnlinie vom See abgetrennt ist. Auf der Insel wurde 1838 Graf Ferdinand von Zeppelin, der Erbauer der Zeppeline, geboren und sein Bruder Eberhard richtete 1875 dort ein Hotel ein, das noch heute existiert: Das Inselhotel.
Konstanz IV.
"Konstanz - Blick vom Ballon des Grafen Zeppelin"
Verlag: "Felix Luib, Kustverlagsanstalt, Strassburg i. E."
Nicht verwendet.
Kolorierte Version der vorigen Karte.

 

Konstanz V.
"Mainau vom Ballon des Grafen Zeppelin gesehen"
Verlag: "Felix Luib, Kustverlagsanstalt, Strassburg i. E."
Diese Karte gibt es in Verwendung vom 9.10.1909.
Wir stehen über dem Rhein und blicken auf die Niederburg, den ältesten Konstanzer Stadtteil. Das Münster liegt links der Mitte am oberen Bildrand, der Turm ist abgeschnitten. Die Untere Laube, rechts am Bildrand, ist noch relativ frisch angelegt - hier war früher der Stadtgraben, ebenso am Rheinsteig (am unteren Bildrand). Dort ist kein Fahrzeug zu sehen, dafür aber viele Menschen. Sicher sind diese gebannt von dem riesigen Ding über ihnen!
Konstanz VI.
"Mainau vom Ballon des Grafen Zeppelin gesehen"
Verlag: "Felix Luib, Kunstverlagsanstalt, Strassburg i. E."
Verwendet am 22.9.1909.
Zart kolorierte Version der vorigen Karte, recht früh verwendet.
Weiter geht es den Rhein hinunter, vorbei an der Insel Reichenau nach...

Radolfzell

"Radolfzell am Bodensee - Ballonaufnahme vom Zeppelin aus" (Stempel)
Verlag: "Felix Luib, Kunstverlagsanstalt, Strassburg i. Els."
Nicht verwendet. Merkwürdig, dass der Ort hier nur aufgestempelt wurde.
Schade, dass der Druck dieser Karte so schlecht ist, dass man im Bereich der Altstadt von Radolfzell fast nichts erkennen kann. Man erkennt aber, wie die Bahn vor die Stadt im See verlegt wurde. Oben rechts die Halbinsel Mettnau, vom See umschlossen. Am oberen Bildrand der Bodanrück. Im linken Drittel am oberen Rand erkennt man ein kleines Stück des Überlinger Sees - wie der Bodensee dort heißt.

Kaum 10 km weiter im Landesinneren liegt der Hohentwiel. Singen (heute 45000 Einwohner) war möglicherweise noch so unbedeutend, dass es kein solches Luftbild davon gibt.

Der Hohentwiel (Singen)

Vier Ansichtskarten aus verschiedenen Zeiten, die aber mit Sicherheit vom selben Negativ abgezogen wurden:

Hohentwiel I.
(Text der Rückseite nicht lesbar)
Verlag: "Felix Luib Kunstverlagsanstalt, Strassburg i. Els. - Alleinverkauf von Jos. Ott, Kunst- und Buchhandlg."
Verwendet 1912 (Aufschrift auf Rückseite)
Hohentwiel II.
"Hohentwiel vom Luftschiff des Grafen Zeppelin gesehen"
Verlag: "Kunsthandlung & Photoatelier Jos. Ott, Singen a. H."
Verwendet am 11.5.1911. Sicher vom selben Negativ wie bei der letzten Karte.


Hohentwiel III.
"Hohentwiel vom Luftschiff"
Verlag: "Kunsthandlung & Photoatelier Jos. Ott, Singen a. H."
Nicht verwendet, aber runder Stempel "Festungsruine Hohentwiel" und Datum, mit Bleistift notiert: 12.7.1926.
Sicher wieder das selbe Negativ, diesmal als typischer Kupferdruck der 1920er Jahre.
Hohentwiel IV.
"Hohentwiel v. Flugzeug"
Verlagsangabe: "Aufnahme und Verlag: Jos. Ott, Buch - Kunsthdlg. u. Photoatelier, Singen a. H."
Nicht verwendet, aber runder Stempel "Festungsruine Hohentwiel".
Sehen Sie - abgesehen vom weniger kräftigen Druck - einen Unterschied zum vorigen Bild? Ich nicht. Aber plötzlich ist dieses Bild zur Flugzeug-Aufnahme geworden!

Nun machen wir einen kleinen Abstecher nach Zürich, es sind nur etwa 50 km.

Zürich

Zürich als die weitaus naheste Großstadt aus Friedrichshafener Sicht war ein beliebtes Ausflugsziel für die frühen Zeppeline - schon vor dem ersten Weltkrieg. Graf Zeppelin selbst hatte am 1.7.1908 mit dem LZ 4 eine 12stündige Fahrt nach Zürich und Luzern unternommen.5)Möglicherweise stammen diese Bilder von dieser ersten Schweiz-Fahrt, vielleicht aber auch von einer späteren.

Zürich I.
"Zürich im Schatten des Zeppelins
Original-Aufnahme aus dem Zeppelin-Ballon"
Verlag: "Karten-Centralen, Zürich"
Verwendet am 13.8.1909.
Der Zeppelin schwebt in etwa über dem alten botanischen Garten, der Blick geht nach Osten. Wir sehen links die Augustinerkirche und rechts Sankt Peter.
Zürich II.
"Zürich-Unterstrass im Schatten des Zeppelins
Original-Aufnahme aus dem Zeppelin-Ballon"
Verlag: "Karten-Centralen, Zürich"
Verwendet am 1.8.1909
Wir stehen über der Limmat, etwas nördlich vom Platzspitz und sehen ungefähr nach Osten auf die Einmündung der Ottikerstrasse in die Kurvenstrasse. Oben quer verläuft die Weinberg-, unten die Beckenhofstrasse. Es hat sich gar nicht so viel geändert seit 1909! Die drei Häuser unten in der Mitte sind durch einen Neubau ersetzt, auch der kleine Park rechts der Mitte sowie das spitze Grundstück links unten sind bebaut. Die meisten Häuser aber sind, äußerlich kaum verändert, vorhanden.
Zürich III.
"Zürich Ballonaufnahme" - Dass es sich um einen frühen Zeppelin handelt, ist an dem sichtbaren Leitwerk gut zu erkennen.
Verwendet am 19.7.1909.
Rechts der Ausfluss der Limmat aus dem Zürichsee.
Abgesehen von einigen Konstanzer Amateuraufnahmen ist dies mein ältestes Luftbild aus einem Zeppelin. Zu dieser Zeit gab es nur die Zeppeline LZ 3 und LZ 5, zwischen dem 20.06.1908 und dem 05.08.1908 auch den LZ 4.

Jetzt folgt ein größerer Sprung, weil ich von anderen Orten am Hochrhein noch keine solchen Luftbilder gefunden habe. Wir kommen deshalb gleich nach Straßburg, der Heimat des Felix-Luib-Verlags.

Straßburg

Die folgenden drei Karten passen auch nicht so genau hier her, denn es ist nicht sicher, ob die Aufnahmen von einem Luftschiff aus gemacht wurden. Ich finde sie aber doch so interessant, dass ich sie Ihnen nicht vorenthalten möchte.

Straßburg I.
"Strassburg, Totalansicht"
Verlag: "Felix Luib, Kunstverlagsanstalt, Strassburg i.E."
Nicht verwendet. Wann und aus welchem Luftfahrzeug diese Aufnahme entstand, ist leider unklar.
Straßburg II.
"Strassburg, Ballonaufnahme aus 220 m Höhe - Strassbourg, vue du ballon de 220 m"
Verlag: "Felix Luib, Kunstverlagsanstalt, Strassburg i. E."
Rückseitig ist diese Karte von Hand beschriftet:
"19/8/09 - Ballonaufnahme von Herrn Hauptmann Lohmüller 1908"6), ferner gibt es einen Stempel von "M. Fetzer, Hoflieferant Sr. Majestät, des Kaisers und Königs Strassburg i.E."
Wenn die Angabe 1908 stimmt und das Bild von einem Zeppelin stammt, dann kommen nur die Zeppeline LZ 3 und zwischen 20.06.1908 und 05.08.1908 LZ 4 in Betracht.
Straßburg III.
"Strassburg, Esplanade u. Umgebung"
Verlag: "Felix Luib, Kunstverlagsanstalt, Strassburg i. Els."
Nicht verwendet. Herkunft der Aufnahme unbekannt.
Wir stehen in etwa über dem Parc de la Citadelle und blicken nach Nordwesten. Hier hat sich die Stadt völlig gewandelt. Der Exerzierplatz(?), die Schanzen und sämtliche Gebäude im Vordergrund sind einer modernen Bebauung gewichen, selbst die Achsen der Straßen haben sich gedreht. Quer über den Platz läuft heute die Av. General de Gaulle. Einziger noch erhaltener Fixpunkt ist der Botanische Garten der Universität, der dunkle Bereich rechts der Mitte.

Wie überqueren wieder den Rhein und kommen gleich nach...

Bühl

"Bühl aus dem Zeppelin"
Verlag: "M. Pache, Achern i.B."
Briefmarke leider abgerissen, aus dem Text nicht datierbar.
Leider kein Hinweis auf den Felix-Luib-Verlag.

Wenige Kilometer weiter nördlich liegt die Landeshauptstadt Badens, Karlsruhe.

Leider habe ich von Karlsruhe selbst noch kein solches Luftbild bekommen, so müssen wir mit dem Schloss Gottesaue vorlieb nehmen:

Karlsruhe (Gottesaue)

"Karlsruhe (Gottesaue) - Ballonaufnahme aus 1750 m""
Verlag: "Felix Luib, Kunstverlag, Straßburg i/ Elsass"
Nicht verwendet. Auch hier ist leider das Fahrzeug nicht angegeben.
Auch hier hat sich sehr viel geändert und man hat Mühe, diese Ansicht an Hand eines modernen Luftbilds nachzuvollziehen. Einzig Schloss Gottesaue ist links unter der Bildmitte gut erkennbar. Das Karlsruher Schloss als der Bezugspunkt Karlsruhes müsste sich links oben außerhalb des Bildes befinden.
Die Straße schräg durch die Mitte des Bildes bis in die rechte untere Ecke müsste die Durlacher Allee sein. Die Fortführung der Ludwig-Erhard-Allee unter Schloss Gottesaue gibt es heute nicht mehr, dafür den Ostring (Bahn und Straße), der heute einen Kreisbogen im unteren rechten Drittel des Bildes bildet. Oben rechts erkennt man die Wege des Hauptfriedhofs.
Was mögen das für schräge Strukturen bei der unteren linken Ecke sein?

Nun müssen wir einen großen Sprung nach Westen machen, denn weitere Karten von badischen Städten am Rhein sind mir noch nicht begegnet.

Saarbrücken

"Saarbrücken vom Luftschiff 'Zeppelin' aus gesehen"
Verlag: "Felix Luib, Kunstverlagsanstalt, Straßburg i. Els. 166"
Nicht verwendet. Von Saarbrücken gibt es mindestens eine weitere Ansichtskarte dieser Art.
Wir stehen vermutlich über dem Hauptbahnhof und sehen direkt nach Süden. In der Ecke unten links die Luisenbrücke, dann die Wilhelm-Heinrich-Brücke und die Alte Brücke. Rechts im oberen Drittel der Ludwigslplatz. Die Ludwigskirche ist gerade nicht mehr im Bild, wohl aber die Friedenskirche. Der Platz links der Mitte müsste der Neumarkt sein mit der alten Markthalle darüber.

Jetzt geht es fast 200 km nach Nordosten, nach....

Frankfurt am Main

Frankfurt a.M. I.
"Frankfurt a. Main - Dom mit alter Brücke - Ballonaufnahme"
Verlag: "Felix Luib, Kunstverlagsanstalt, Straßburg i. Els. No. 55"
Verwendet am 15.4.1914. Hier ist nicht sicher, ob die Aufnahme von einem Zeppelin aus gemacht wurde.
Frankfurt a.M. II.
"Franfurt a.M. v. Luftschiff 'Zeppelin' aus gesehen"
Verlag: "Felix Luib, Kunstverlag, Straßburg i. E."
Nicht verwendet.
Wir stehen vermutlich zwischen der Alten Brücke und dem Eisernen Steg über dem Main. Vorn die Untermain- und hinten die Wilhelmsbrücke (heute Friedensbrücke). Hart am linken Rand, etwas über der Mitte das Städelsche Museum am Schaumainkai (heute "Museumsufer" genannt). In der Mitte der Untermainkai und die Verbindungsbahn direkt am Main entlang. Rechts oben ist das Bahnhofsviertel und mit etwas Fantasie kann man in der oberen rechten Ecke die drei Bögen des 1888 eröffneten Hauptbahnhofs erkennen. Zuvor gab es im rechten Bereich dieser Ansicht gleich drei Bahnhöfe! Am rechten Bildrand in der Mitte kann man die Kuppel des alten Schauspielhauses erkennen.

Es folgen drei sehr unterschiedliche Karten des ab 1908 entstandenen Osthafens in Frankfurt am Main. Offensichtlich waren diese Luftbilder wichtig für die Vermarktung. Nur die erste Karte hat etwas mit dem Felix-Luib-Verlag zu tun, die anderen zeige ich nur zur Veranschaulichung, wie verschieden solche Luftbilder aussehen konnten.

Frankfurt a.M. Osthafen I.
"Frankfurt a. Main, Neuer Osthafen - Ballonaufnahme"
Verlag: "Felix Luib, Kunstverlagsanstalt, Strassburg i. Els."
Verwendet am 4.9.1915. Aufnahme aus einem Ballon oder einem Zeppelin?
Frankfurt a.M. Osthafen II.
"Der Osthafen in Frankfurt a.M. (Aufnahme aus dem Zeppelin-Luftschiff)"
Verlag: "Kornsand & Co., Frankfurt"
Verwendet am 22.2.1914. Stark überzeichnet, als Foto kaum zu erkennen.
Frankfurt a.M. Osthafen III.
"Blick auf den neuen Osthafen in Frankfurt a.M."
"Offizielle Karte der Delag, Frankfurt a.M. - Verlag Gustav Eyb, Stuttgart", "Photo: Wilcke, Friedrichshafen".
Nicht verwendet, vermutlich aus den 1920er Jahren und hier nur zum Vergleich gezeigt.
Mehr zu diesen offiziellen Karten der Delag am Schluss dieser Seite unter spätere Karten.

Schließlich ein letzter großer Sprung zum Ziel unserer Fahrt nach ....

Köln

Köln I.
"Köln - Ballonaufnahme"
Verlag: "Felix Luib, Kunstverlagsanstalt, Strassburg i. Els."
Nicht verwendet.
Das Foto gibt es auch koloriert mit Aufschrift "Cöln, aufgenommen vom Luftschiff Zeppelin".
Links angeschnitten der Dom. Rechts der Mitte Groß St. Martin, ganz rechts am Bildrand angeschnitten der Heumarkt. Am unteren Bildrand rechts der Mitte der Gürzenich.
Bei genauem Hinsehen kann man erkennen, dass die Hohenzollernbrücke noch nicht fertiggestellt ist: Die Torbauten der Südseite fehlen noch. Die Bauzeit der Brücke war von 1907 bis 1911.
Köln II.
"Köln - Ballonaufnahme"
Verlag: "Felix Luib, Kunstverlagsanstalt, Strassburg i. Els."
Nicht verwendet.
Kolorierte Version der vorigen Karte.

 

Köln III.
"Köln, Dom u. Rhein"
Verlag: "Felix Luib, Kunstverlagsanstalt, Strassburg i. Els."
Verwendet am 29.5.1910. Es gibt dieses Foto auch auf kolorierten Ansichtskarten mit Aufschrift "Aufnahme vom Luftschiff Zeppelin".
Köln IV.
"Köln, Dom - Ballonaufnahme"
Verlag: "Felix Luib, Kunstverlagsanstalt, Strassburg i. Els."
Verwendung unklar (Stempel nicht lesbar). Luftfahrzeug unklar.
Der Kölner Dom von Osten. Der Dampf unten stammt sicher von einer Lokomotive, denn dort befindet sich die (überdachte) Einfahrt in den Hauptbahnhof, von dessen altem Gebäude wir den Turm am Bildrand rechts sehen.
Köln V.
"Coeln v. Luftschiff "Zeppelin" aus gesehen"
"Verlag u. Orig.-Eigentum Felix Luib, Kunstverlagsanstalt, Strassburg i. Els. 888"
Nicht verwendet.
Hier sehen wir auch den südlichen Brückenturm der Hohenzollernbrücke fertig gestellt, demnach muss diese Aufnahme etwas später als die von Köln I. und II gemacht worden sein.

 

Spätere Karten

In Köln endet unsere Reise mit dem Zeppelin. Zwar gibt es auch von anderen Städten Ansichtskarten, bei denen Luftbilder aus einem Zeppelin verwendet wurden. Diese dürften aber aus späterer Zeit stammen, wie etwa eine ganze Serie von Luftbildern der Stadt Dresden, die als "Echte Aero-Karten" bezeichnet sind und vom "Verlag Gebr. Schelzel, Dresden-A." kommen. Leider habe ich keine datierbare davon.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich aber die "Delag-Karten", hier als Beispiel Rastatt:

"Blick auf Rastatt" - "Phot. Dierlamm, Stuttgart"
"Luftschiff-Postkarte - Offizielle Karte der Delag, Frankfurt a.M.
Verl. Gustav Eyb, Stuttgart."
Nicht verwendet.
Anschriftenseite der nebenstehenden Karte

Die Delag (Deutsche Luftschiffahrts-Aktiengesellschaft) war die erste Luftverkehrsgesellschaft der Welt. Sie wurde 1909 gegründet und betrieb die Verkehrsluftschiffe der Luftschiffbau Zeppelin GmbH. Schon 1913 betrieb man ein Verkehrsnetz zwischen acht deutschen Städten!7) Diese Firma gab eine große Zahl von "Offiziellen Karten" heraus, deren Rückseite immer wie oben gezeigt aussieht. Bei diesen Karten sind auch die Fotografen genannt, etwa Wilcke, Friedrichshafen oder Dierlamm, Stuttgart. Ich besitze einige davon, nur keine einzige verwendete. Das könnte darauf hindeuten, dass diese Karten eher als Sammelobjekt Verwendung fanden. Die Aufmachung, vor allem aber das Druckverfahren "Kupferdruck" deutet auf die 1920er Jahre hin, es sind aber auch Karten von 1913 aus dem Luftschiff "Viktoria Luise" bekannt. Eine der weiter oben gezeigten Karten vom Frankfurter Osthafen gehört auch in diese Serie - erkennen Sie sie?

Schlusswort

Aus Sicht der Luftbildfotografie fand um die vorletzte Jahrhundertwende eine rasante Entwicklung sowohl der Luftfahrttechnik als auch der Fotografie statt:

Bleibt festzustellen, dass die ersten Luftschiffe für einen Aufschwung der Luftbildfotografie sorgten. Für viele Orte dürte deren erstes Luftbild aus einem Zeppelin heraus entstanden sein!

 

Anmerkungen:

  1. Der Begriff "Zeppelin" für die Luftschiffe des Ferdinand Graf von Zeppelin wurde wohl erst etwas später üblich. Wann, das konnte ich noch nicht eingrenzen. Evtl. könnte die Formulierung "Ballon" an Stelle von "Zeppelin" auch bei der genaueren Datierung der Karten helfen.
  2. Ich danke Frau Barbara Waibel M.A. vom Archiv der Luftschiffbau Zeppelin GmbH und Herrn Jürgen Bleibler vom Zeppelin-Museum sehr herzlich für ihre Auskünfte.
  3. So meint etwa Hansen in "Blick aus dem Zeppelin", es gebe keine Zeppelinaufnahmen von Frankfurt.
  4. Dank auch an "Luftschiffharry" Harry C. Redner für seine prompten und sachkundigen Antworten auf meine E-Mails!
  5. Bereits vor dem ersten Weltkrieg seien Rundfahrten für "mutige wohlhabende Leute" über die Schweiz angeboten worden, so Hansen in "Blick aus dem Zeppelin, S.74". Mehr zur ersten Schweiz-Fahrt auch in den Links.
  6. Lohmüller war später Schiffsführer beim Luftschifferbatallion 3 in Cöln-Bickendorf. Er machte auch Luftaufnahmen, z.B. 1913 die ersten der Festungsstadt Köln (was zuvor streng untersagt war).
    Siehe: Geschichte der Kölner Luftfahrt: Luftschifferbatallion 3 in Cöln-Bickendorf.
    Von welchem Luftfahrzeug wohl die Aufnahme von Straßburg oben stammt?
  7. Zur Delag siehe den sehr informativen Artikel bei der Wikipedia: Delag.
  8. Um die vorletzte Jahrhundertwende gab es mehrere Anläufe, Luftbilder von (kleinen) Raketen aus zu machen. Vor allem das Militär hatte daran Interesse. Mehr dazu im Wikipedia-Artikel über Alfred Maul (1870 - 1942).
  9. Nadar machte bereits 1859 Luftbilder aus einem Ballon - von der Schlacht bei Solferino. Recht ausführlich dazu wieder Wikipedia: Nadar.
  10. Wikipedia bietet eine halbwegs brauchbare Chronologie der Luftfahrt. Beachten Sie hier besonders den Abschnitt "1900–1909: Erster Motorflug".
  11. Andere Luftschiffe: Der "Parseval" aus Bitterfeld bzw. Berlin. Auch hierzu Wikipedia: August von Parseval bzw. die Liste der Parseval-Luftschiffe bei Parseval-Luftschiff. Die Luftschiffe von Schütte-Lanz passen nicht in das von mir gesteckte Raster, weil sie erst ab 1911 fuhren.
  12. Der Wikipedia-Artikel Zeppelin berichtet ausführlich auch über die Kriegseinsätze.

Literatur

Luftbilder aus dem Zeppelin
Weitere frühe Luftbilder des Bodenseeraums
Die Bodenseelandschaft einst und jetzt:
Flugtechnik am Bodensee

Aktuelle Publikationen mit Luftbildern, gerade auch aus dem Bodenseeraum, gibt es in großer Zahl. Zeitgenössische Luftbildfotografen sind u.a. Achim Mende (Überlingen), Stanko Petek (Radolfzell) und Gerhard Plessing (Überlingen).

Allgemeines zum Thema "Zeppelin"
Zur ersten Internationalen Luftschiffahrt-Ausstellung (ILA) Frankfurt 1909
Zur ersten (LZ 4, 1.7.1908) und weiteren Schweiz-Fahrten

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Bitte betrachten Sie dies als Arbeitspapier, auch wenn Sie dies nicht auf Papier sehen. Diese Veröffentlichung soll dabei helfen, weitere Informationen zu diesem Thema zusammenzutragen. Dann und wann werde ich neue Erkenntnisse einpflegen - siehe Historie am Schluss.

Apropos Papier: Falls Sie dies tatsächlich ausdrucken wollen (sehen Sie in der Druckvorschau nach der Zahl der Seiten!): Nehmen Sie dafür den Firefox-Browser. Der Internet-Explorer würfelt einiges durcheinander - trotz meiner intensiven Bemühungen, ihm das auszutreiben.

Zur Technik:
Die Bilder der Karten beinhalten in ihren Metadaten - wo mir bekannt - die Position und die Richtung der Aufnahme. Falls sie als Browser den Firefox benutzen, können Sie sich das "Add-On" FxIF installieren, das diese anzeigt und einen Link zum Aufruf einer Google-Karte mit dem Standort bietet. Vielleicht ergänze ich irgendwann Links zur Kartendarstellung bei jedem Bild.

Wie es dazu kam:
Als Sammler alter Fotos meiner Heimatstadt Konstanz war für mich das Bild der Konstanzer Niederburg der Auftakt für die Suche nach weiteren Luftbildern aus der Umgebung. Bald zeigte sich, dass es solche Ansichten aus einem Zeppelin nicht nur vom Bodensee gibt. Glücklicherweise konnte ich die meisten der gezeigten Karten sehr günstig bekommen - außer, es ist darauf ein Teil eines Zeppelins zu sehen, oder es geht um einen Ort, der im Krieg stark zerstört wurde. In diesen Fällen war ich wohl nicht der einzige, der Interesse an diesen Karten zeigte.

In Vorbereitung...
...habe ich eine Seite über frühe Amateuraufnahmen der Stadt Konstanz aus einem Luftschiff aus dem Jahr 1908.
Schauen Sie doch mal wieder rein!

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